Wandbaustoffe im Vergleich

Wandbaustoffe im Vergleich
Eine starke Hülle für hohe Anforderungen

Wandbaustoffe im Vergleich

In diesem Artikel Wandbaustoffe im Vergleich möchten wir Ihnen eine Übersicht der verschiedenen Wandbaustoffe geben.

Außenwände sorgen für den Schall-,Wärme- und Feuchteschutz sowie den Lastabtrag.

Um diese Funktionen zu gewährleisten, müssen die Wände mehrschichtig gebaut werden. Wandkonstruktionen werden in der Massiv- und Skelettbauweise unterschieden.

 

Bei massiven Wänden können folgende Stoffe verwendet werden:
  • Ziegel
  • Stein (Kalksandstein)
  • Lehm
  • Beton (Leichtbeton,Porenbeton)
  • Holz

Bei Massivbauten werden meist Gebäude aus Mauerwerk oder Beton zusammengefasst. Allerdings ist dies auch mit Holz möglich. Für Massivbauten braucht man in den meisten Fällen eine zusätzliche Dämmebene.

Das Haus kann auch durch spezielle Steine so gut gedämmt werden, dass kein zusätzlicher Wärmeschutz benötigt wird. Allerdings besitzen die Steine Hohlräume, die mit Dämmstoff gefüllt sind. Die Wand beträgt mit Putz eine Dicke von ca. 46cm.

Nachteil:

  • die Belastbarkeit wird etwas verschlechtert
  • der Schallschutz kann je nach Art und Ausführung verringert sein

 

Bei Skelettbauweisen ist die Wand aufgelöst in ein stabförmiges Tragwerk aus:
  • Holz
  • Stahl
  • Stahlbeton

Skelettbauten ohne Wärmebrücken werden meist in Holzständer- oder Holzrahmenbauweise ausgeführt.

Neben dem Tragwerk aus Holz bestehen die Skelettbauten aus

  • einer Füllschicht aus Dämmstoff
  • vollflächigen Beplankungen
  • weiteren Dämmstoffschichten

Wärmebrücken werden dadurch vermieden und Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) erreicht. Bei einem Beton- oder Stahlskelett sind die Gesamt-U-Werte der Wand etwas schlechter. Diese Materialien leiten die Wärme stärke als Holz.

 

Die Zwischenräume werden gefüllt mit:
  • Steinen
  • Dämmstoff
  • Holz-Lehm-Geflecht

Die meisten Außenwände bestehen aus mehreren Schichten, mindestens aus Putz und Mauerwerk.

Zwischen Mauerwerk und Verputz wird eine Dämmschicht angeordnet, die den Wärmedurchgang aus dem warmen Innenraum an die Außenluft reduzieren soll.

Mittels Kleber und Dübel wird die Wärmedämmschicht angebracht und entweder direkt verputzt, wie das Wärmedämmverbundsystem es vorschreibt oder mit einer Luftschicht von einer Außenbekleidung getrennt.

Konstruktionen ohne Luftschicht sind auch möglich, allerdings muss dann sichergestellt werden, dass es zu keiner Tauwasserbelastung innerhalb der Konstruktion kommt.

Die äußere Schicht kann mit:
  • Holz
  • Stein
  • Keramik
  • Metall
  • Faserplatten
  • Sichtmauerwerk
  • Putz

gestaltet werden. Diese dient vor allem dem Witterungsschutz.

 

Bei der Auswahl sollten folgende, wichtige Kriterien beachtet werden:
  1. Dauerhaftigkeit des Materials
  2. Diffusionsfähigkeit
  3. Handhabbarkeit

 

Gutes Raumklima

Überdies hat die ‚Baustoff-Wahl‘ hat einen enormen Einfluss auf das Raumklima. Es entsteht ein ausgeglichenes Klima durch die Fähigkeit, Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und wieder abgeben zu können.

Demzufolge wird dieser Vorgang als Sorptionsvermögen bezeichnet.

Gute Sorptionseigenschaften weisen mineralische Putze, vor allem aus Kalk und Lehm, sowie offenporiges, unlackiertes Holz auf.

 

Ziegel:

Der Ziegel wird aus den natürlichen Rohstoffen Lehm und Ton geformt und bei etwa 1.000°C gebrannt. Er ist der bekannteste und älteste Wandbaustoff.

Eine hohe Druckfestigkeit und einen guten Schallschutz besitzen Vollziegelsteine.

Bei der Sinterung entstehen die besonders widerstandsfähigen Klinker, die vor allem für Sichtmauerwerk verwendet werden.

Weiterhin erreicht man durch Lufteinschlüsse einen besseren Wärmeschutz . Diese werden erzeugt durch die Zugabe von Sägemehl, das beim Brennvorgang verglüht und kleinste Luftporen im Ziegelmaterial hinterlässt und zum anderen werden die Steine mit Luftkammern geformt.

Die entstandenen Luftkammern können dann individuell mit zusätzlich dämmendem Material wie Perlite gefüllt sein.

Die Rohdichte des Ziegels sinkt durch den hohen Luftanteil. Demzufolge muss dies bei der Tragkonstruktion und dem Schallschutz berücksichtigt werden.

 

Leichtbeton:

Bei der Verarbeitung von Leichtbeton ist es sehr wichtig auf das Prüfzeugnis zu achten!

 

Bei diesem Baustoff werden Zuschlagstoffe wie Bims verwendet. Bims kann als vulkanisches Material je nach Herkunft radioaktive Stoffe enthalten. Vermischt mit Wasser und Zement entstehen Leichtbetonsteine.

Leichtbetonsteine besitzen:

  • ein geringes Gewicht (dadurch einfache Verarbeitung)
  • sowie eine hohe Druckfestigkeit

 

Porenbeton:

Fein gemahlenes Quarzsandmehl und Zement oder Kalk sind die Ausgangsrohstoffe für Porenbeton.

Diese Masse muss fein aufschäumen, dies geschieht durch das Zusetzen von Wasser und Porenbildner wie zum Beispiel Aluminiumpulver.

Porenbetonsteine sind:

  • durch ihr geringes Gewicht
  • die Nut-und-Feder-Verbindung
  • die großformatigen Elemente

leicht zu verarbeiten. Allerdings sollten die Porenbetonsteine vor Wassereintritt geschützt werden.

 

Kalksandstein:

Der gute Schallschutz wird aus Kalk, Sand und Steinmehl hergestellt und verhärtet bei 200°C Dampfdruck. Durch die Druckfestigkeit bewirken die Steine einen guten Luftschallschutz. Dementsprechend werden die Steine gerne für Wohnungstrennwände verarbeitet.

Kalksandsteine besitzen durch ihre hohe Masse auch ein gutes Wärmespeichervermögen-dies kommt dem sommerlichen Hitzeschutz entgegen.

Sollte man sich für Außenwände aus Kalksandstein entscheiden, benötigt man eine zusätzliche Wärmedämmschicht.

 

Holz:

Auf jeden Fall gilt: Holz sollte aus dem heimischen Anbau stammen und sowohl gut getrocknet wie frei von Fehlstellen sein. Aus preislichen Gründen wird meist Nadelholz verwendet.

 

Des Weiteren kann Holz in der Massivkonstruktion verwendet oder als Skelettbau ausgeführt werden.

Der ursprüngliche Holzbau kommt aus der ‚Blockhaus-Zeit‘ mit Rundhölzern.

In den Fachwerkkonstruktionen findet man die früher verbreitete Bauweise des Holzskelettbaus.

 

Dämmstoffe:

Der Wärmeschutz von Gebäuden ist von großer Wichtigkeit. Eine übliche Dämmstoffdicke von Außenwänden beträgt 14-30cm.

Platten oder weiche Matten als Dämmstoff können gefertigt sein aus:

  • Kunststoffschaum (Polystyrol,Polyurethan)
  • Mineralfasern (mineralisch)
  • Mineralschaum (mineralisch)
  • Calciumsilikat (mineralisch)
  • Schaumglas (mineralisch)
  • Kork (pflanzlich)
  • Holzfasern (pflanzlich)

Es werden organische und mineralische Stoffe differenziert. Organische Stoffe sind brennbar und können beziehungsweise dürfen nicht überall eingesetzt werden.

 

Die Materialien unterscheiden sich:

  • in ihrem chemischen Aufbau
  • im Preis
  • in der Herstellung
  • und in den Eigenschaften

Die Wärmeleitfähigkeit gilt als eines der wichtigsten bauphysikalischen Kriterien. Je niedriger dieser Wert ist, desto besser ist der Wärmeschutz. Eine ebenso entscheidende Eigenschaft hat die Diffusionsfähigkeit. Je niedriger der Dampfdiffusionswiderstand ist, desto dampfdurchlässiger ist der Baustoff. Diese Eigenschaft ist für die Austrocknung sehr bedeutend.