Leitern und Tritte

Leitern und Tritte

Leitern und Tritte ist ein Thema, das auf den ersten Blick nicht zu einem Bauträger passt. Obgleich auf den zweiten werden Sie wertvolle Informationen für sich entnehmen können, die Sie als Bauherr oder Heimwerker nutzen können.

Leitern und Tritte sind eine der ältesten Arbeitsgeräte der Welt, sie stellen eine hohe Gefahrenquelle dar. Sie haben sich so sehr in unseren Alltag integriert, dass wir die Gefahren, die von dem Benutzen einer Leiter ausgehen, übersehen.

Jährlich werden mehr als 4500 Unfälle mit Leitern aus der gewerblichen Wirtschaft gemeldet. Wohingegen etwa 50 Unfälle tödlich verlaufen. 95% der Leiterunfälle ereignen sich aufgrund  fehlerhaften Umgangs und nur 5% sind auf Materialermüdung zurückzuführen. Daher ist die richtige Auswahl der Leiter wichtig. Wir möchten uns in diesem Artikel auf die zwei am häufigsten genutzten Leiterarten konzentrieren. Die Stehleiter und die Anlegeleiter. Dennoch möchten wir Ihnen einen Überblick über die verschiedenen Leiterarten geben.

Folgende Leiterarten gibt es:

  • Stehleiter
  • Anlegeleiter
  • Höhenverstellbare Stehleiter
  • Mehrzweckleiter
  • Podestleiter
  • Mechanische Leiter
  • Hängeleiter
  • Steigleiter
  • Mastleiter
  • Bauleiter
  • Treppenleiter
  • Saal-/Montageleiter
  • Seilzugleiter
  • Steckleiter
  • Tritte

Sowie es verschiedene Arten von Leitern gibt, gibt es auch verschiedene Materialien, aus denen Leitern gefertigt sind:

  • Aluminium
  • Stahl
  • Holz
  • Kunststoff

 

Leitern und Tritte
Stehleiter mit Plattform aus Aluminium

 

Auf jeder Leiter muss eine Benutzungsanleitung angebracht sein. Jeder Benutzer hat wichtige Punkte zu beachten, bevor er eine Leiter benutzen kann. Vor der Benutzung muss die Leiter auf Eignung und Beschaffenheit geprüft werden. Das heißt die Stufen und Sprossen sollten zuverlässig mit den Wangen oder Holmen verbunden sein. Des Weiteren müssen Schraubverbindungen gegen selbstständiges Lösen gesichert sein.

 

Leitern und Tritte Piktogramme
Benutzungsanleitung auf einer Kunststoffleiter

 

Die Leiter muss eine ausreichende Festigkeit und eine rutschhemmende Eigenschaft besitzen, z.B. Gummibeläge.

Nichtsdestotrotz muss mit einer Leiter richtig umgegangen werden. Holme und Wangen müssen folgenden Winkel zur Waagrechten haben:

Stufenanlegeleiter 60-70 Grad
Sprossenanlegeleiter 65-75 Grad

Der einfachen Bestimmung des richtigen Anlegewinkels dient die Ellenbogenmethode.

Stellen Sie Leitern nur auf einen Boden, der Ihnen eine ausreichende Standfestigkeit bietet. Ferner kann bei unebenen Standflächen die nötige Standsicherheit durch den Einsatz von entsprechendem Zubehör erreicht werden. Belasten Sie eine Leiter mit maximal 150 kg. Somit können Sie übermäßiges Durchbiegen vermeiden. Werkzeug und Material dürfen 10 kg nicht überschreiten.

Leitern dürfen pro Leiterschenkel nur von einer Person bestiegen werden.

Benutzen Sie beim Auf- und Absteigen immer beide Hände.

Sichern Sie den Leiterkopf mit Einhängevorrichtungen oder binden Sie die Leiter an. Folglich dürfen Sie sich, beim Arbeiten auf einer Leiter, nicht hinauslehnen. Seitliches Hinauslehnen kann zum Umkippen der Leiter führen.

Bei Anlegeleitern müssen Sie auf den richtigen Anlegewinkel achten und die Leiter muss mindestens einen Meter über die Austrittstelle hinausragen. Deshalb führen Sie nur Arbeiten von geringem Umfang mit einer Anlegeleiter durch.

 

Leitern und Tritte
Anlegeleiter aus Holz

 

Bei einer Stehleiter müssen die Spreizsicherungen gespannt sein. Die oberste Stufe darf nur betreten werden, wenn diese dafür ausgelegt ist. Ein Übersteigen auf hochgelegene Arbeitsplätze oder Einrichtungen ist ebenfalls verboten, da dadurch erhöhte seitliche Kippgefahr besteht.

 

Leitern und Tritte
Stehleiter aus Kunststoff

 

Benutzen Sie niemals eine Stehleiter als Anlegeleiter!

Die Stehleiter kann wegrutschen, da der Leiterfuß für diese Art der Belastung nicht ausgelegt ist.

Bedenken Sie, ein Gerüst ist immer einer Leiter vorzuziehen. Denn dieses bietet einen sicheren Halt und die maximale Nutzungsdauer liegt über der einer Leiter.

In einem Handwerksbetrieb müssen defekte Leitern entsorgt werden. Deswegen müssen Leitern mindestens einmal jährlich von einem ’Sachkundigen’ geprüft werden, das Ergebnis muss in ein Prüfhandbuch eingetragen werden. Außerdem ist die geprüfte Leiter mit einer Prüfplakette zu kennzeichnen. Wenn Sie auf Ihrer Baustelle einen Handwerker sehen, der eine defekte Leiter benutzt oder eine Leiter ohne Prüfplakette benutzt, scheuen Sie sich nicht, ihn der Baustelle zu verweisen.

 

Leitern und Tritte
Prüfplakette auf einer Aluminiumleiter

 

Damit keine Missverständnisse auftreten über den Begriff  ’Sachkundige Person’, geben wir Ihnen hier eine genaue Definition. Eine ‚Sachkundige Person‘  ist im Sinne der Verordnung eine Person, die durch ihre Berufserfahrung sowie ihre Berufsausbildung über die erforderlichen Fachkenntnisse zur Prüfung einer Leiter verfügt.