Der Weg zur Baustelle

Gut vorbereitet ist halb gebaut
Der Weg zur Baustelle

Der Weg zur Baustelle

„Die rechtliche Verantwortung beginnt lange vor dem ersten Spatenstich.“

Bauen bedeutet für den Bauherrn:

  • Verantwortung zu übernehmen (ob in Eigenregie oder durch ein beauftragtes Unternehmen)
  • mit dem Beginn der Bauarbeiten sind mittelbar und unmittelbar Regelungen verbunden, die überwacht und überprüft werden müssen
  • für alle Verstöße, Fehler oder Unterlassungen haftet der Bauherr

 

Vor dem Baubeginn muss sich jeder Bauherr die Frage stellen, ob das Vorhaben genehmigungsbedürftig ist oder nicht.

Es gelten unterschiedliche länderrechtliche Regelungen. Sollte eine Baugenehmigung erforderlich sein, darf erst mit dem Vorliegen der Genehmigung gebaut werden.

 

Der Weg zur Baustelle

Die Baugenehmigung und sämtliche Bauunterlagen (Pläne, Grundrisse, statische Berechnungen) sind an der Baustelle vorzuhalten. Sie sollten bei Begehungen oder behördlichen Kontrollen eingesehen werden können.

Über die gesamte Bauzeit sollte ein Baustellenschild an der Baustelle angebracht sein.

Es wird von der zuständigen Behörde erteilt.

 

Das Baustellenschild sollte:

 

  • gut sichtbar hängen
  • vor Witterungseinflüssen geschützt sein
  • an der zur Straße gewandten Seite der Baustelle angebracht werden
  • es darf nicht vor Ende der Bauarbeiten entfernt werden
  • das Schild muss während der gesamten Bauzeit gut lesbar sein

 

Die Baustellenvorbereitung

Rundum sollte die Baustelle mit einem Bauzaun abgesichert werden. Unbefugte dürfen keinen Zutritt auf die Baustelle erlangen können. Vor Beginn der Bauarbeiten sollten Sondernutzungsrechte abgeklärt werden.

 

  1. Sollte die Baustelle nur über einen Privatweg in der Nachbarschaft erreichbar sein, muss von den Betroffenen eine Erlaubnis eingeholt werden.
  2. Außerdem sollte der Bauherr vorher abklären, ob vorhandene Zufahrten von den Baufahrzeugen in Mitleidenschaft gezogen werden könnten.

 

Hilfskräfte müssen vor Baubeginn bei der Baugenossenschaft angemeldet werden. So sind die Helfer gesetzlich gegen Arbeitsunfälle abgesichert.

 

Minimales Risiko durch Koordination

Stolpern, rutschen, stürzen…

Auf Baustellen verbergen sich einige Gefahrenquellen.

Aus diesem Grund ist bei vielen Bauvorhaben die Baustellenverordnung (BaustellV) zu beachten. Diese gewährleistet Arbeitssicherheit und minimiert Risiken für alle Baubeteiligten.

Auf großen Baustellen herrscht so mancher Trubel. Dementsprechend muss für die Beschäftigten verschiedener Unternehmen ein Koordinator oder sogar mehrere Koordinatoren bestellt werden.

Auf einen Koordinator darf nur verzichtet werden, wenn:

 

  • ein Bauprojekt in Eigenleistung realisiert wird
  • nur ein einziger Unternehmer (keine weiteren Subunternehmer) engagiert wird

 

Wenn es gefährlich wird – der SiGe-Plan

Neben der Baugenehmigung muss auch eine Vorankündigung der Baustelle, sichtbar und wettergeschützt, ausgehängt werden. Dies gilt für die komplette Dauer der Bauzeit. Die Vorankündigung der Baustelle muss außerdem bei der zuständigen Behörde eingereicht werden. In der Vorankündigung werden unter anderem wichtige Änderungen (Wechsel des Bauleiters) notiert.

Da auf Großbaustellen und auch auf “Kleinbaustellen“ gefährliche Arbeiten anstehen, ist ein SiGe-Plan erforderlich.

Auf diesem sind:

 

  • sämtliche Gefahren notiert
  • Maßnahmen zur Gefahrenvorbeugung beziehungsweise zur Gefahrenkontrolle nieder geschrieben
  • Unfallvermeidung erläutert

 

Auch dieser Plan sollte auf der Baustelle ausliegen.

 

Auf der Baustelle angekommen

Wenn alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind, können die konkreten Vorbereitungen in den Vordergrund rücken.

 

  1. Der Abriss von Altbauten ist bei der zuständigen Behörde anzeigepflichtig
  2. Klärung und Entsorgung des Abrissmaterials
  3. Baugrundbegutachtung
  4. Bodengutachten über mögliche Altlasten
  5. Tragfähigkeit des  Baugrundes
  6. Versorgung der Baustelle mit Wasser und Strom
  7. Abschluss Bauherrenhaftpflichtversicherung