Der Keller – Teil I

Willkommen im Raum Ihrer Träume
-Der Keller-
Teil I

Der muffige, ungeliebte und kalte Keller wird in den heutigen Zeiten zu einer begehrten und wichtigen Rückzugsmöglichkeit oder als idealer Stauraum umfunktioniert.

Dementsprechend kommt man auch schnell zu einem der wichtigsten Punkte beim Hausbau.

Brauche ich einen Keller, oder eher nicht!?

Fakt ist, dass die nicht so oft genutzten Räume besser im Untergeschoss aufgehoben sind. In den oberen Etagen müssten Sie höhere Baukosten veranschlagen, da wertvoller Wohnraum wegfallen würde. Zudem lässt sich durch einen Keller die Grundfläche des Hauses reduzieren. Sollten Sie auf einen Keller verzichten wollen, müssen Sie

  • Heizungsraum
  • Haustechnikraum
  • Hauswirtschafts- oder Vorratsraum

anderweitig unterbringen. Schreibt der Bebauungsplan maximal ein Obergeschoss vor, könnte es im neuen Zuhause recht eng werden. Dann haben Sie auch nicht mehr die Möglichkeit, auf ein Gartenhäuschen oder einen ebenerdigen Anbau zurückzugreifen, was ebenso gedämmt werden müsste wie das Wohnhaus.

Das Problem an dieser Überlegung ist, dass sich Fehlentscheidungen oder Unsicherheiten nach der Baumaßnahme nur schwer oder gar nicht korrigieren lassen!Außerdem kommt noch hinzu, dass viele Bauherren dem Keller eine Bodenplatte vorziehen. Grund: Die Bodenplatte ist billiger. Das stimmt, allerdings verschafft der Keller bis zu 40 Prozent mehr Wohnraum und die Mehrkosten belaufen sich auf etwa 10 Prozent.Diese entstehen lediglich:

  • beim Bodenaushub
  • bei der Kellerdecke
  • bei den Kellerwänden

Sollten Sie irgendwann Ihr Haus verkaufen müssen, lässt sich dieses mit Unterkellerung besser verkaufen als ohne Keller (Wertverlust).

Eine Bodenplatte muss auch erst mal bezahlt werden.

Außerdem fallen auch bei Häusern ohne Keller Kosten für Erdarbeiten und Gründung an.

Die Investition in einen Kellerraum kann sich also lohnen, denn ein unterkellertes Haus verfügt zudem über einen Wärme- und Feuchtigkeitspuffer zum Erdreich hin. Durch diesen isolierenden Schutz, sind die Fußböden im Erdgeschoss wärmer als bei Häusern ohne Keller. Der Fußboden muss dann besonders aufwendig gedämmt und gegen Feuchtigkeit geschützt werden.

Also muss mit einem Keller weniger geheizt werden! Gebäude, die nicht unterkellert sind, sind dazu anfälliger für Mauerrisse.

Sollten Sie sich also doch für den Keller entscheiden, geben wir Ihnen in unserem Beitrag, Willkommen im Raum Ihrer Träume-Der Keller, ein paar Tipps, die Sie vor dem Bau beachten und überlegen sollten.

 

  1. Wie soll mein Raum der Träume gestaltet werden?

Sie haben sich also für den Keller entschieden und überlegen sich jetzt, was eigentlich unter Tage passieren soll. Brauchen Sie eventuell Platz für eine Waschmaschine oder den Trockner? Möchten Sie sich Ihren Traum von einer eigenen Wellnessoase oder einem Hobbyraum erfüllen? Kein Problem, Sie können auch ein Gästezimmer oder sogar eine Einliegerwohnung in Ihrem Keller unterbringen.

Eine ebenso interessante Variante wäre der Hochkeller. Dann liegt eine Hälfte des Geschosses ca. 50-80 cm über der Erde und erhält so natürliches Tageslicht. Bei dieser Variante könnte sogar der Geldbeutel etwas entlastet werden, denn:

  • der Bodenaushub
  • die Maßnahmen zur Entwässerung
  • der Feuchtigkeitsschutz

können geringer ausfallen.

 

  1. Die Wahl des Baustoffs und der späteren Ausstattung
Seit 2008 ist vor jeder Baumaßnahme die Erstellung eines Bodengutachtens vorgeschrieben

Zu Beginn der Kellerplanung müssen Sie ein Bodengutachten durchführen lassen, von diesem Gutachten hängt die Wahl des Baustoffs ab. Die Gegebenheiten des Bodens und die Höhe des Wasserspiegels müssen kontrolliert werden.

Sollten Sie sich beispielsweise für eine Souterrain-Wohnung entscheiden, ist es ganz wichtig,der Belichtung und Belüftung der Räume große Aufmerksamkeit zu widmen. Auch die Wärmedämmung, Heizung, die Elektroinstallation und der Wasseranschluss sind Fakten, die Sie bei der Planung nicht aus den Augen verlieren dürfen.

Eine ähnliche Möglichkeit wäre es, den Keller für eine Nutzung als Wohnraum vorzubereiten um diesen dann zu einem späteren Zeitpunkt auszubauen.

Nachdem die Wahl des geeigneten Baustoffs geklärt ist (Bodengutachten), kann die Bauweise geklärt werden.

Der Rohbau kann aus Mauerwerk etwa aus:

  • Ziegeln
  • Leicht- oder Porenbetonsteinen
  • Kalksandstein
  • Stahlbetonteilen

bestehen.

 

Leichtbetonstein und spezielle Wärmedämmziegel:

  • niedriges Eigengewicht
  • gute Verarbeitung

Kalksandstein:

  • sorgt für ein angenehmes Raumklima
  • eignet sich als Sichtmauerwerk

Stahlbeton:

  • Vorteil, bei starker Belastung durch Erddruck
  • Nachteil, wird direkt auf der Baustelle gegossen und muss dementsprechend eine Weile trocknen

Sollten Sie unter Zeitdruck stehen und diese Kellervariationen zu viel Zeit in Anspruch nehmen, können Sie sich auch für einen Fertigkeller entscheiden.

Abhängig von Größe und Aufwand ist ein Fertigkeller in 3-5 Tagen errichtet. Bei einem Fertigkeller sind zudem geringere Wandstärken möglich und man erhält bis zu 15 Quadratmeter mehr Wohnfläche im Vergleich zu einem gemauerten Keller.

Außerdem bestehen Fertigkeller aus wasserundurchlässigem Beton und bieten einen sicheren Schutz vor eindringender Feuchtigkeit.