Der Keller – Teil II

Willkommen im Raum Ihrer Träume
-Der Keller-
Teil II

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  1. Das Problem mit dem Wasser

 

Wie im Teil I schon beschrieben ist, ist seit 2008, vor jeder Baumaßnahmen die Erstellung eines Bodengutachtens vorgeschrieben.

Dementsprechend zeigt ein Bodengutachten die Wasserbelastung des Grundstücks auf.

Man unterscheidet zwei Lastfälle:

 

  1. Bodenfeuchtigkeit und nicht stauendes Sickerwasser
  2. Aufstauendes Sickerwasser und drückendes Grundwasser

 

Für die Abdichtung des Kellers gibt es zwei Möglichkeiten:

 

  1. Die „schwarze Wanne“ für den Lastfall Nr.1
  2. Die „weiße Wanne“ kommt für beide Lastfälle in Frage

 

Die „schwarze Wanne“

 

Für diese Methode der Abdichtung verwendet man Bitum.

Das Bitum wird als kaltselbstklebende Dichtungsbahn oder kunststoffmodifizierte Dickbeschichtung auf das Bauwerk aufgebracht.

Das Bitum wird kalt auf den Untergrund aufgespachtelt, gerollt oder gespritzt und ist dauerelastisch.

Der Nachteil einer „schwarzen Wanne“:

Ihre Verarbeitung ist sehr aufwendig und sie benötigt einen zusätzlichen Schutz, wie beispielsweise:

  • eine Perimeterdämmung
  • Noppenbahnen mit rückseitiger Gleitfolie
  • Sickerplatten aus Polystyrolkugeln.

Der Zweitschutz ist unumgänglich, da die „schwarze Wanne“ sehr empfindlich gegen mechanische Beanspruchung ist und könnte undichte Stellen aufweisen.

 

Die „weiße Wanne“

 

Sollte Ihr Boden stärker durch Grund- oder Sickerwasser belastet sein, bietet sich die „weiße Wanne“ an.

Für diese Methoden der Abdichtung werden Außenwände und Bodenplatte aus (WU-)Beton gebildet.

Der Vorteil einer „weißen Wanne“:

  • Eine zusätzliche Abdichtung ist überflüssig.
  • Auch Fertigkeller können aus (WU-)Beton hergestellt werden

 

Wichtig: Die Dehn- und Arbeitsfugen sollten sorgfältig ausgedehnt werden.

 

Achtung: Wanddurchführungen sind potenzielle Schwachstellen, durch die Wasser eindringen kann!

Dazu gehören:

 

  • Fenster
  • Lichtschächte
  • Außentreppe
  • Leitungen und Rohre

 

Achten Sie auf:

 

  • Wasserdichte Produkte
  • Integrierte Rohreinführungssysteme- die mit Gummidichtungen vor Wassereintritt geschützt sind
  • Eine fachgerechte Ausführung

 

Die Dränage:

 

Bei nicht drückendem Wasser, kann eine Dränage einen dauerhaften Schutz vor Nässe bieten.

Durch die Dränage wird das Regenwasser von den Außenwänden und den Bodenplatten des Kellers abgeleitet.

 

  1. Wenn der Keller zum Wohnraum wird

 

Soll das Kellergeschoss als Wohnraum dienen, ist eine Wärmedämmung von der EnEV vorgeschrieben.

Meist handelt es sich dabei um eine Perimeterdämmung, diese wird außen an den Bauteilen angebracht.

Die verwendeten Materialien müssen:

 

  • Druckfest
  • Feuchtigkeitsunempfindlich

 

sein. Hierbei greift man am Besten auf Schaumstoffmaterialien wie extrudierten Polyurethan-Hartschaum (XPS)zurück. Im Idealfall wird diese Dämmschicht auch unter der Bodenplatte verlegt, sodass ein homogener Wärmeverbund entsteht.