Blitzschutz Einfamilienhaus

Blitzschutz Einfamilienhaus

 

Es gibt Möglichkeiten ein Einfamilienhaus mit einem Blitzschutz zu versehen um bei einem Gewitter das Gebäude, die Personen und die elektrischen Geräte bei möglichen Schäden auf ein tolerierbares Maß zu reduzieren.

Um die einzelnen Maßnahmen und Komponenten richtig auszuwählen, gibt es in den VDE- und EN- Normen Regelungen und Berechnungstabellen, die zu berücksichtigen sind. Dabei wird unterschieden ob es sich um ein Privathaus, ein Museum, ein Veranstaltungszentrum oder um ein Krankenhaus handelt. Weiter muss berücksichtigt werden wo das Gebäude errichtet ist:

 

  • im ländlichen Bereich
  • auf einer Bergkuppe
  • im vorstädtischen Bereich
  • oder im großstädtischen Bereich

 

Des Weiteren muss berücksichtigt werden, wie die Energie- und Kommunikationsanbindung an das öffentliche Netz hergestellt ist.

Sind all diese Punkte berücksichtigt und mit den angegebenen Formeln berechnet, werden die einzelnen Risiken bei den verschiedenen Blitzeinschlägen zusammen verrechnet. Am Ende dieser Berechnung steht für jedes Risiko ein Wert, der unter dem tolerierbaren Risikowert liegen muss. Die gültigen Risikowerte können in der aktuellen VDE- und EN- Norm entnommen werden.

 

Einstufung Blitzeinschläge:
  • S1 – Blitzeinschlag direkt in das Gebäude
  • S2 – Blitzeinschlag neben das Gebäude
  • S3 – Blitzeinschlag direkt in die Versorgungsleitung
  • S4 – Blitzeinschlag neben die Versorgungsleitung

 

Einstufung Schadensart:
  • D1 – Elektrischer Schock
  • D2 – Feuer, Explosion
  • D3 – Ausfall von elektrischen/ elektronischen Systemen

 

Einstufung Schadensursache:
  • L1 – Verletzung oder Tod von Personen
  • L2 – Verlust von Dienstleistungen für die Öffentlichkeit
  • L3 – Verlust von Kulturgüter
  • L4 – Wirtschaftlicher Verlust

 

Äußerer Blitzschutz

Bei den Maßnahmen zum äußeren Blitzschutz geht es darum, dass der Blitz am direkten Einschlag in das Gebäude gehindert wird um mechanische, thermische oder chemische Schäden zu vermeiden.

 

Innerer Blitzschutz

Bei den Maßnahmen zum inneren Blitzschutz soll verhindert werden, dass es in Folgen einer Überspannung zu einer gefährlichen Situation für die Personen im Gebäude kommt. Des Weiteren werden durch die technischen Maßnahmen elektrische und elektronische Geräte vor Schäden bei Überspannung geschützt.

Wird ein Blitzschutzsystem an und in einem Gebäude installiert, müssen sowohl der Äußere und der Innere Blitzschutz berücksichtigt werden. Wird ein Teil nicht durchgeführt, ist das Schutzkonzept nicht mehr voll wirksam.

Bei der Planung für ein Blitzschutzsystem wird zuerst die Blitzschutzklasse festgelegt, die wie schon anfangs erwähnt vom Verwendungszweck des Gebäudes abhängt. Daraus ergeben sich dann die zutreffenden Maßnahmen und Berechnungsgrundlagen.

Nach welchen Verfahren die Position der Fangeinrichtung ermittelt wird, hängt davon ab wie die Struktur des Gebäudes aussieht.

 

Maschenverfahren

Dieses Verfahren kommt bei Hallen ohne Dachaufbauten zur Anwendung. Man kann es sich vorstellen wie ein Netz, das über ein Gebäude gelegt wird. Dabei gibt die Maschenweite den maximalen Abstand zwischen den Maschen wieder. Es ist darauf zu achten, dass dabei an den Gebäudekanten eine Maße liegt.

 

Blitzschutz Einfamilienhaus
Blitzableiter

 

Schutzwinkelverfahren

Dieses Verfahren eignet sich für einen Schornstein. Hierbei wird ein Mast senkrecht montiert. An der Spitze des Mastes wird eine Fangstange befestigt.

 

Blitzkugelverfahren

Bei mehreren Gebäuden oder vielfältigen Dachaufbauten kommt dieses Verfahren zum Einsatz. Es ist einfacher als jeden einzelnen Winkel separat zu berechnen.

Neben der Ermittlung, welche Maßnahme am Gebäude durchgeführt wird, sollte auch eine Risikoberechnung durchgeführt werden. Diese sagt aus ob die Maßnahme ausreichend ist. Wird dabei festgestellt, dass ein Risiko zu groß ist, muss entschieden werden mit welchen Maßnahmen das Risiko zu senken ist.

Wird die Anlage errichtet, gibt es noch weitere Vorschriften wie die richtige Ausführung auszusehen hat.

Es sind Trennungsabstände zwischen den außen am Gebäude montierten Ableitungen und dem im Gebäude befindlichen Metallteilen einzuhalten. Dieser Abstand richtet sich nach dem Blitzstromscheitelwert, dem Isolierwert zwischen inneren Metallteilen die mit dem Potentialausgleichs -System verbunden sind, der Anzahl der Ableitungen und dem Widerstandswert der Ableitung von der betroffenen Stelle bis in das Erdreich. Werden diese Werte verrechnet erhält man den Trennungsabstand.

Der Blitzstrom wird in das Erdreich mit sogenannten Tiefenerdern oder Ringerdern abgeleitet. Bei diesen Erdern ist zu beachten, dass sie nach DIN 18014 auszuführen sind. Sie dürfen nur durch eine Fachkraft errichtet werden und es muss entweder mit Kupfer oder Edelstahl V4A gearbeitet werden.